Texter-Stundensatz vs. Wortpreis: Was wann besser ist
Was kostet ein Texter? Vergleiche Stundensatz, Wortpreis und Pauschale mit einer nachvollziehbaren Beispielrechnung und Quellen zu Verbands- und Plattformpreisen.

Was kostet ein Texter? Einen allgemeingültigen Wort- oder Stundenpreis gibt es nicht. Für eine erste Orientierung nennt der Marktmonitor 2025 des Berufsverbands Text und Konzept Stundensätze von 90 bis 130 €, im Schnitt 110 €. Das sind Antworten von Verbandsmitgliedern aus einer Erhebung zum Jahreswechsel 2023/2024 — keine repräsentative Preisliste für alle Texter:innen und kein Mindesthonorar. Was ein konkreter Text kostet, hängt von Briefing, Recherche, Länge, Nutzungsumfang und Korrekturen ab.
Für die Abrechnung gilt als Faustregel: Wortpreis bei wiederholbaren Texten mit engem Briefing, Stundensatz bei offenem Aufwand, Pauschale bei klar definiertem Ergebnis. Welches Modell sich für dich rechnet, zeigt erst dein eigener Zeitaufwand.
Wortpreis, Stundensatz oder Pauschale?
| Modell | Passt, wenn … | Kläre vor dem Angebot |
|---|---|---|
| Wortpreis | Format, Länge und Recherche sind planbar; etwa ähnliche Produkttexte | Sind Briefing, Korrekturen und Zusatzrecherche im Wortpreis enthalten? |
| Stundensatz | Recherche, Konzeption oder Abstimmung sind noch offen | Welches Zeitbudget ist vereinbart und wann meldest du Mehrbedarf? |
| Projektpauschale | Ergebnis und Leistungsumfang sind klar beschrieben | Welche Lieferobjekte und Korrekturrunden sind enthalten? |
| Monatspauschale | Wiederkehrende Aufgaben und Kapazität sind planbar | Wie viele Texte oder Stunden umfasst der Monat? |
Das ist eine Entscheidungshilfe, keine Rangliste. Ein Paket ist nur dann besser als eine Stundenabrechnung, wenn du den Aufwand ausreichend gut einschätzen und Änderungen abgrenzen kannst.
Wortpreis in einen effektiven Stundensatz umrechnen
Die entscheidende Rechnung lautet:
Effektiver Stundensatz = Honorar für den Auftrag ÷ alle geleisteten Stunden
Nötiger Wortpreis = (geplante Stunden × dein kalkulierter Stundensatz) ÷ Wörter
Beispiel, keine Marktpreisempfehlung: Für einen Fachartikel mit 1.000 Wörtern planst du eine Stunde Briefing, drei Stunden Recherche, drei Stunden Schreiben und eine Stunde Korrektur ein. Acht Stunden insgesamt. Bei 10 Cent je Wort erhältst du 100 €; 100 € ÷ 8 Stunden = 12,50 € Umsatz je Arbeitsstunde. Betriebsausgaben und persönliche Abgaben sind davon noch nicht bezahlt.
Wenn deine eigene Kalkulation für denselben Auftrag 80 € pro abrechenbarer Stunde ergibt, brauchst du bei acht Stunden 640 €. Als reiner Wortpreis wären das 64 Cent je Wort. Du kannst stattdessen einen Projektpreis mit definiertem Umfang anbieten. Der genaue Preis hängt von deinem Aufwand ab, nicht allein von der Wortzahl.
Miss deshalb auch Recherche, Briefing, Abstimmung und Korrekturen. Erst mit diesen Zeiten lässt sich prüfen, ob ein Wortpreis wirtschaftlich ist. Der Stundensatz-Kalkulator für Texter:innen hilft dir zunächst, deine persönliche Stundenuntergrenze zu bestimmen; den Wortpreis leitest du anschließend aus deinen Auftragszeiten ab.
Wie du ein Angebot für Textarbeit aufbaust
- Leistung beschreiben: Textart, Ziel, ungefähre Länge, vorhandenes Material und Nutzungsumfang festhalten.
- Zeit schätzen: Recherche, Interviews, Schreiben, Abstimmung und Korrektur berücksichtigen. Für wiederkehrende Formate helfen vergangene Zeiterfassungsdaten.
- Stundenuntergrenze berechnen: Dein benötigter Jahresumsatz geteilt durch realistisch abrechenbare Stunden ergibt die interne Basis. Die Schritt-für-Schritt-Rechnung für Freelancer zeigt die Methode.
- Modell wählen: Bei engem Briefing kann ein Wortpreis einfach sein. Bei offenem Umfang vereinbare Stunden mit Budgetrahmen. Für ein genau definiertes Ergebnis kalkuliere eine Pauschale und beschreibe, wann zusätzlicher Aufwand anfällt.
Beispiel für eine Pauschale: „Fachartikel bis 1.000 Wörter, ein Briefinggespräch, Recherche aus bereitgestelltem Material, eine Korrekturrunde: 640 €. Zusätzliche Interviews oder weitere Korrekturen nach vorheriger Abstimmung.“ Die 640 € stammen hier aus der Beispielrechnung mit acht Stunden zu 80 €. Sie sind kein Marktbenchmark und keine Empfehlung für jeden Auftrag.
Für eine Pauschale kannst du auch den Projektpreis-Rechner nutzen. Prüfe nach dem Auftrag, ob die tatsächlichen Stunden zur Kalkulation gepasst haben.
Texterpreise einordnen: Verband und Textplattform sind verschiedene Märkte
Der Berufsverband Text und Konzept veröffentlichte für seinen Marktmonitor 2025 eine Spanne von 90 bis 130 € pro Stunde aus einer Mitgliederbefragung mit Datenstand 2023/2024. Für deinen Preis ist diese Spanne ein Vergleichspunkt, kein Nachweis für einen branchenweiten Satz im Jahr 2026.
Textbroker nennt für OpenOrders je nach Einstufung 1,1, 1,5 oder 4,5 Cent pro Wort; für DirectOrders können Autor:innen ihren Wortpreis selbst bestimmen oder verhandeln. Das sind Konditionen dieser Plattform, keine Preise für direkte Kundenaufträge. Bei 4,5 Cent wären 1.000 Wörter 45 € Honorar. Ob sich ein solcher Auftrag trägt, lässt sich erst aus der gesamten Arbeitszeit berechnen.
Vergleiche deshalb Angebote nur bei ähnlichem Leistungsumfang. Ein kurzer Produkttext aus fertigen Daten und ein recherchierter Fachartikel können gleich viele Wörter haben, aber sehr unterschiedliche Arbeit erfordern.
Häufige Fragen
Wie hoch ist ein fairer Texter-Stundensatz?
Er muss zu deinen Kosten, deinen abrechenbaren Stunden und zum konkreten Auftrag passen. Der Verbands-Marktmonitor 2025 nennt 90 bis 130 € für befragte Mitglieder, mit Datenstand 2023/2024. Das ist eine Orientierung aus dieser Gruppe, keine Untergrenze für alle. Berechne deinen eigenen Stundensatz.
Wie berechne ich einen Wortpreis für Texte?
Schätze alle Stunden einschließlich Recherche und Korrektur. Multipliziere sie mit deinem intern kalkulierten Stundensatz und teile durch die geplante Wortzahl. Bei acht Stunden zu 80 € und 1.000 Wörtern sind das 640 € oder 64 Cent je Wort. Bei stark wechselndem Aufwand ist ein Projekt- oder Stundenpreis häufig leichter zu begrenzen.
Was kostet ein 1.000-Wörter-Blogartikel?
Die Wortzahl allein reicht für ein belastbares Angebot nicht aus. Im Rechenbeispiel dieses Artikels kosten acht Stunden zu 80 € insgesamt 640 €. Mit anderem Recherchebedarf, Briefing oder Korrekturumfang ändert sich der Preis. Kläre die Leistung vor dem Vergleich verschiedener Angebote.
Was zahlt Textbroker pro Wort?
Auf seiner Vergütungsseite nennt Textbroker für OpenOrders je nach Einstufung 1,1, 1,5 oder 4,5 Cent je Wort. DirectOrders haben andere, verhandelbare Konditionen. Prüfe die jeweils aktuelle Plattformseite und rechne das Honorar durch deine tatsächlichen Stunden.
Wann ist eine Pauschale besser als ein Stundensatz?
Wenn Lieferumfang, Recherche und Korrekturrunden planbar sind. Bei offenem Briefing oder wechselnden Anforderungen kann ein Stundensatz mit vereinbartem Budgetrahmen sinnvoller sein. In beiden Fällen hilft die Nachkalkulation nach dem Auftrag.